Wer eine Kiste alter Telefonkarten erbt oder im Keller findet, fragt sich zuerst nach dem Telefonkarten Wert. Die ehrliche Antwort vorweg: Heute bringen die allermeisten Karten nur wenige Cent, viele lassen sich gar nicht einzeln verkaufen. Ein kleiner Teil ist dagegen gesucht und erzielt deutlich mehr. Um diesen Teil herauszufinden, müssen Sie wissen, welche Karte Sie vor sich haben, wie hoch ihre Auflage war und in welchem Zustand sie ist.
Warum viele Telefonkarten heute wenig wert sind
In Deutschland ersetzten Kartentelefone ab den späten 1980er-Jahren nach und nach die Münzapparate. In den 1990er-Jahren waren Telefonkarten ein Massenhobby: Millionen Menschen hoben Karten auf, tauschten sie und kauften Sonderausgaben gleich im Dutzend. Entsprechend riesig ist der Bestand, der heute auf dem Markt liegt.
Mit dem Mobiltelefon verschwand das Kartentelefon aus dem Alltag, und mit ihm schrumpfte die Zahl der Sammler. Viel Angebot trifft auf wenig Nachfrage. Deshalb werden gängige Standardkarten und die meisten Werbekarten in hoher Auflage oft nur noch als Lot oder nach Gewicht gehandelt. Wer eine Sammlung als Kapitalanlage aufgebaut hat, wird beim Verkauf häufig enttäuscht. Wertlos im Wortsinn sind diese Karten nicht, aber ihr Wert liegt eher in der Erinnerung und im Motiv als im Preis.
Was wertvolle Telefonkarten in Deutschland ausmacht
Den Ausschlag gibt fast immer die Auflage. Neben den Standard- und Werbekarten, die in großen Stückzahlen gedruckt wurden, gab es Karten, die Firmen, Vereine oder Privatleute für einen Anlass bestellten. Davon existieren oft nur wenige Hundert oder Tausend Exemplare. Solche Kleinauflagen sind unter Sammlern gesucht, besonders wenn das Motiv zusätzlich ein Publikum außerhalb der Szene anspricht, etwa Sport, Musik oder ein bekanntes Ereignis.
Weitere Merkmale, die den Wert heben können:
Frühe Karten aus der Anfangszeit eines Kartensystems, die nur kurz im Umlauf waren. Varianten und Fehldrucke, die sich von der regulären Ausgabe unterscheiden, etwa im Aufdruck oder in der Kennung. Vollständige Serien, bei denen eine einzelne fehlende Karte den Satz schwer verkäuflich macht. Die Technik: Chipkarten, Magnetstreifenkarten und optische Karten werden getrennt gesammelt, und je nach Land und Zeit ist eine Technik seltener als die andere.
Selten wird eine Karte nicht durch ein schönes Motiv. Erst die belegte kleine Auflage tut das.
Zustand: ungebraucht oder abtelefoniert
Sammler unterscheiden zwei Grundzustände. Ungebrauchte Karten tragen noch ihr volles Guthaben und wurden nie in ein Telefon gesteckt. Abtelefonierte Karten sind benutzt und meist leer. Vor allem bei Kleinauflagen erzielen ungebrauchte Exemplare in der Regel höhere Preise. Gerade bei den Massenausgaben gibt es aber so viele unbenutzte Karten, dass auch sie kaum etwas bringen.
Innerhalb beider Gruppen zählt die Erhaltung. Kratzer auf dem Druck, Knicke, ein beschädigter Chip oder Kleberreste mindern den Wert spürbar. Karten, die ursprünglich in einem Folder oder einer Originalverpackung ausgegeben wurden, sind mit dieser Verpackung mehr wert als ohne. Beschreiben Sie den Zustand beim Verkauf genau und zeigen Sie Vorder- und Rückseite auf Fotos.
Telefonkarten Wert ermitteln: so gehen Sie vor
Bestimmen Sie zuerst die Karte. Telefonkarten tragen meist eine aufgedruckte Kennung, dazu Ausgabedatum oder Auflagenangabe. Damit finden Sie die Karte in einem Telefonkarten Katalog. Spezialkataloge, gedruckt oder online, ordnen die Karten nach Land, Serie und Ausgabe und nennen Auflagen, Varianten und einen Katalogwert.
Den Katalogwert sollten Sie als Richtwert lesen, nicht als Verkaufspreis. Was eine Karte heute bringt, zeigen am ehesten abgeschlossene Verkäufe derselben Karte im selben Zustand. Angebotspreise auf Verkaufsplattformen sagen wenig, weil viele Karten dort lange ohne Käufer stehen. Bei größeren Sammlungen lohnt der Kontakt zu einem Sammlerverein oder einer Tauschbörse; dort kennt man die gesuchten Ausgaben und kann einschätzen, ob sich das Einzelsortieren lohnt.
Telefonkarten sammeln und richtig lagern
Wer heute Telefonkarten sammelt, tut es meist aus Freude am Motiv oder an einem abgeschlossenen Thema, etwa einer bestimmten Serie oder einem Land. Die niedrigen Preise haben einen Vorteil: Viele Lücken lassen sich günstig schließen.
Weil Karten aus Kunststoff bestehen, sind sie empfindlich gegen Kratzer, Hitze und Licht. Bewahren Sie sie in Sammelalben oder Ringbinderblättern mit Taschen aus weichmacherfreier Folie auf, aufrecht, dunkel und bei Zimmertemperatur. Mit der Zeit können weichmacherhaltige Hüllen am Druck kleben. Stapeln Sie Karten nicht lose aufeinander und fassen Sie den Chip nicht an.
Worauf Sie beim Bewerten achten sollten
Telefonkartensammlung digital verwalten
Ab ein paar Hundert Karten verliert man ohne Liste schnell den Überblick, welche Ausgabe schon da ist und welche doppelt. In COLLUX legt das Sammelgebiet Telefonkarten die passenden Felder gleich an: Land, Anbieter, Motiv, Nennwert, Auflage, Jahr, die Technik (Chip, Magnetstreifen oder optisch) und ein Häkchen für ungebrauchte Karten. Zustand, Fotos von Vorder- und Rückseite und den Standort, also Album und Seite, tragen Sie zu jeder Karte dazu ein.
Einen Katalog oder automatische Marktpreise für Telefonkarten bietet COLLUX nicht. Den Wert recherchieren Sie selbst, wie oben beschrieben, und tragen ihn zusammen mit dem Kaufpreis ein. Daraus berechnet COLLUX den Gesamtwert der Sammlung und zeigt den Wertverlauf. Vorhandene Listen importieren Sie als CSV, exportiert wird als Excel, CSV oder PDF.
COLLUX läuft im Browser auf Handy, Tablet und PC; eine App für das iPhone ist in Arbeit. Der Free-Plan bleibt dauerhaft kostenlos und umfasst eine Sammlung mit bis zu 100 Objekten. Jede Anmeldung startet mit 30 Tagen Platinum.
Häufige Fragen zum Wert von Telefonkarten
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