Eine Kiste Platten vom Dachboden, eine geerbte Sammlung oder der eigene Bestand aus vier Jahrzehnten: Wer den Wert seiner Schallplatten ermitteln will, steht meist vor derselben Frage. Ist hier etwas Besonderes dabei, oder ist es vor allem Musik? Die ehrliche Antwort lautet bei den meisten Platten: vor allem Musik. Einzelne Ausgaben bringen aber ein Vielfaches, und sie sehen auf den ersten Blick genauso aus wie die anderen. Den Unterschied machen zwei Dinge, die Sie selbst prüfen können: welche Pressung Sie in der Hand halten und in welchem Zustand sie ist.
Welche Schallplatten wertvoll sind
Alben, die in großer Stückzahl gepresst wurden, gibt es gebraucht reichlich. Das betrifft viele Bestseller aus Pop und Schlager, aber auch Klassikaufnahmen großer Labels. Gefragt ist, was selten und zugleich begehrt ist. Typische Kandidaten:
Erstpressungen bekannter Alben aus dem Ursprungsland, also die erste Auflage, nicht eine spätere Nachpressung oder ein Reissue. Kleine Auflagen wie Privatpressungen, Platten kleiner Labels und frühe Veröffentlichungen von Bands, die erst später bekannt wurden. Abweichungen wie zurückgezogene Cover, Fehldrucke und Promo-Exemplare, die nie in den Handel gingen. Vollständigkeit: Poster, Beilagen, Originalinnenhüllen und bei japanischen Pressungen der Obi-Streifen gehören zum Stück.
Farbiges Vinyl und Picture Discs sind nicht automatisch wertvoll. Viele aktuelle Neuauflagen erscheinen in limitierten Farbvarianten, deren Preis sich erst zeigen muss.
Die Pressung bestimmen
Oft existiert derselbe Albumtitel in Dutzenden Ausgaben: aus verschiedenen Ländern, auf verschiedenen Labels, aus verschiedenen Jahren. Für den Wert zählt allein die Ausgabe, die vor Ihnen liegt. Diese Merkmale helfen beim Eingrenzen:
Label und Etikett. Farbe, Logo und Schriftbild des Etiketts haben sich bei vielen Plattenfirmen im Lauf der Jahre geändert und grenzen die Pressung zeitlich ein. Katalognummer auf Rücken, Rückseite und Etikett. Matrixnummer. Sie ist in die Auslaufrille zwischen letztem Stück und Etikett eingraviert oder eingeprägt und kennzeichnet die Pressvorlage, oft auch das Presswerk. Barcode. Auf Plattenhüllen tauchen Strichcodes erst ab Ende der 1970er-Jahre auf. Trägt ein Album aus den 1960er-Jahren einen, haben Sie eine spätere Auflage vor sich.
Mit diesen Angaben gleichen Sie Ihre Platte in der Datenbank von Discogs ab. Dort ist zu vielen Alben jede bekannte Ausgabe mit Label, Land, Jahr und den Einträgen der Auslaufrille gelistet.
Den Zustand einstufen
Im Handel hat sich die Goldmine-Skala durchgesetzt. Sie reicht von M (Mint, neuwertig) über NM (Near Mint), VG+ (Very Good Plus), VG (Very Good), G+ und G (Good) bis F (Fair) und P (Poor). Getrennt bewertet werden Platte und Hülle, denn eine einwandfreie Platte in abgenutzter Hülle ist weniger wert als dieselbe Platte in gutem Cover.
Prüfen Sie die Platte unter einer hellen Lampe auf Kratzer, Schlieren und Verzug. Wichtiger als der Blick ist aber das Hören: Knistern, Springen und Rauschen zeigen sich erst auf dem Plattenteller. Am Cover drücken Ringabrieb, eingerissene Kanten, Aufkleber, Namenszüge und Wasserflecken den Preis. Bei der Einstufung gilt: lieber streng. Wertvolle Ausgaben werden fast nur in sehr gutem Zustand gesucht, und schon ein Grad Unterschied kann den Preis spürbar verändern.
CDs bewertet man ähnlich: Zustand der Scheibe, Vollständigkeit von Booklet und Inlay, Hülle. Von Ausnahmen abgesehen erzielen sie deutlich geringere Preise als Vinyl.
Preise vergleichen statt einer Schallplatten-Wert-Liste
Eine verbindliche Schallplatten-Wert-Liste, in der man jede Platte nachschlägt, gibt es nicht. Preiskataloge in Buchform veralten schnell und bilden einzelne Pressungen nur grob ab. Belastbarer ist der Blick auf tatsächliche Verkäufe derselben Ausgabe im gleichen Zustand.
Auf der Seite einer Ausgabe zeigt Discogs Statistiken zu bisherigen Verkäufen auf seinem Marktplatz und listet die aktuellen Angebote. Bei eBay helfen beendete und verkaufte Auktionen. Unterscheiden Sie dabei Angebots- von Verkaufspreisen: Ein Händler kann für eine Platte verlangen, was er will. Was sie wert ist, zeigt erst der Verkauf. Bei größeren Sammlungen oder auffällig gesuchten Stücken lohnt der Gang zu einem spezialisierten Plattenhändler.
Vinyl sammeln: Lagerung und Pflege
Am besten stehen Schallplatten senkrecht, dicht genug, dass sie sich nicht neigen, aber ohne Druck. Liegend gestapelt oder schräg angelehnt verziehen sie sich auf Dauer. Ebenso schädlich ist Hitze: Heizkörper, Fensterbank und Auto sind tabu. Antistatische Innenhüllen schützen die Rillen besser als alte Papierhüllen, eine Außenhülle aus Folie bewahrt das Cover vor Abrieb.
Vor dem Abspielen nimmt eine Carbonbürste den Staub ab. Verschmutzte Flohmarktfunde reinigen Sie nass, von Hand oder mit einer Plattenwaschmaschine. Und fassen Sie Platten nur am Rand und am Etikett an.
Worauf Sie beim Sammeln achten sollten
Schallplatten verwalten per App
In COLLUX suchen Sie beim Anlegen einer Platte nach Titel oder Barcode, und COLLUX fragt dafür Discogs. Aus einem Treffer übernehmen Sie Titel, Erscheinungsjahr, Format, Barcode und die Discogs-Nummer der Ausgabe; das Cover kommt als Foto dazu, sofern Sie noch keines hochgeladen haben. Mit „Scannen“ liest die Handykamera den Barcode auf der Rückseite, danach läuft dieselbe Suche. Die Katalogsuche gehört zu jedem Plan, auch zum kostenlosen. In den Plänen Platinum, Hausrat und Business erkennt die KI eine Platte auch vom Foto des Covers.
Für die Bewertung bringt das Sammelgebiet die nötigen Felder schon mit: Interpret, Label, Jahr, Land, Genre, Tonträger von LP bis Single, Geschwindigkeit, Pressung (etwa Erstpressung, Reissue oder Promo), Matrizen-Nummer, Vinylfarbe, Limitierung und Auflage, dazu Titelliste und Laufzeit. Den Zustand tragen Sie getrennt für Tonträger und Hülle ein, in den Stufen der Goldmine-Skala.
Ab dem Plan Plus fragt COLLUX auf Knopfdruck den Discogs-Marktplatz: Sie sehen das günstigste aktuelle Angebot für die Ausgabe in Euro und wie viele Exemplare zum Verkauf stehen. Der Zustand fließt in diesen Preis nicht ein; er ist ein Anhaltspunkt, keine Bewertung Ihres Exemplars. Übernehmen Sie ihn, wird er zum Schätzwert und als datierte Bewertung gespeichert. So entsteht mit der Zeit ein Wertverlauf.
Aus Kaufpreis und Schätzwert rechnet COLLUX den Gesamtwert der Sammlung. Standorte zeigen, in welchem Regal oder welcher Kiste eine Platte steht, und verliehene Platten behalten Sie mit Rückgabedatum im Blick. Vorhandene Listen importieren Sie als CSV, exportiert wird als Excel, CSV oder PDF, etwa für die Hausratversicherung. Im Browser läuft COLLUX auf Handy, Tablet und PC; eine App für das iPhone ist in Arbeit. Der Free-Plan bleibt dauerhaft kostenlos und umfasst eine Sammlung mit bis zu 100 Objekten. Jede Anmeldung startet mit 30 Tagen Platinum.
Häufige Fragen zum Wert von Schallplatten
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