Wer Fossilien sammelt, hält Erdgeschichte in der Hand: Ammoniten aus dem Jura, Belemniten aus der Kreide, Haizähne aus dem Tertiär. Ihre Stücke finden viele Sammler selbst, andere kaufen auf Börsen oder tauschen. In beiden Fällen entscheidet dasselbe über den Wert einer Sammlung: wie gut jedes Stück bestimmt und wie genau sein Fundort belegt ist.
Wo Sie in Deutschland Fossilien finden
An Fundstellen ist Deutschland reich, frei zugänglich ist aber nicht jede. Bewährt haben sich:
Schwäbische Alb. Rund um Holzmaden und Ohmden liegt der Posidonienschiefer des Unteren Jura. Gegen eine Gebühr lassen einige Steinbrüche Hobbysammler klopfen; Ammoniten und Belemniten sind dort häufig.
Altmühltal. Für feine Abdrücke bekannt sind die Plattenkalke um Solnhofen und Eichstätt. Besuchersteinbrüche verleihen Werkzeug und erklären, worauf man achtet.
Ostseeküste und Rügen. Am Strand liegen nach Stürmen Seeigel, Belemniten und Schwämme aus der Kreidezeit, oft in Feuerstein erhalten. Gesucht wird am Spülsaum; die Kreidekliffs selbst sind gefährlich und vielerorts geschützt.
Kiesgruben und Baustellen. Hier kommen immer wieder Funde ans Licht, betreten werden dürfen sie aber nur mit Erlaubnis des Betreibers.
Anders die Grube Messel bei Darmstadt: Als UNESCO-Welterbe ist sie Wissenschaftlern vorbehalten.
Was erlaubt ist
In Naturschutzgebieten und an ausgewiesenen Bodendenkmälern ist das Sammeln verboten. Steinbrüche sind Privatgelände: Ohne Zustimmung des Betreibers ist schon das Betreten nicht erlaubt. Hinzu kommt in den meisten Bundesländern das Schatzregal: Funde von besonderem wissenschaftlichem Wert gehören dem Land und müssen gemeldet werden. Ein gewöhnlicher Ammonit fällt nicht darunter, ein vollständiges Wirbeltier sehr wohl. Im Zweifel hilft das Landesamt für Denkmalpflege oder ein Naturkundemuseum weiter.
Fossilien bestimmen
Am Anfang steht die grobe Gruppe: Ammoniten erkennt man an der gekammerten Spirale, Belemniten am zigarrenförmigen Rostrum, Seeigel an der fünfstrahligen Symmetrie, Trilobiten an der Dreiteilung des Panzers. Für Gattung und Art braucht es Bestimmungsliteratur zur jeweiligen Region und Erdepoche, und oft den Rat erfahrener Sammler. Bestimmungstage bieten paläontologische Vereine und viele Museen an.
Der wichtigste Schritt geschieht aber schon am Fundort: Wer Ort, Schicht und Datum nicht sofort notiert, kann das später kaum nachholen. Ein Ammonit mit belegter Herkunft aus einer bestimmten Schicht ist wissenschaftlich und im Handel mehr wert als dasselbe Stück ohne Angaben.
Was ein Fossil wert ist
Was aus Hobbysteinbrüchen stammt, ist meist wissenschaftlich interessant, aber keine Geldanlage. Den Preis bestimmen vor allem:
Seltenheit der Art und Vollständigkeit – ein Trilobit mit allen Gliedern oder ein Ammonit mit erhaltener Wohnkammer erzielt ein Vielfaches. Präparation: Sauber freigelegte Stücke sind mehr wert, solange nichts ergänzt wurde. Herkunft: Fundort und Schicht müssen belegt sein.
Vorsicht bei Angeboten, die zu gut aussehen. Auf dem Markt sind ergänzte und vollständig gefälschte Stücke verbreitet, besonders Trilobiten aus Nordafrika. Ein Blick mit der Lupe auf Übergänge zwischen Fossil und Gestein verrät Kunstharz und Ergänzungen oft schon.
Lagern und pflegen
Die meisten Fossilien sind robust, mit einer wichtigen Ausnahme: Pyrit. Fossilien mit Schwefelkies, wie viele Ammoniten aus dem Jura, können bei zu hoher Luftfeuchtigkeit zerfallen. Lagern Sie solche Stücke trocken, bei einer relativen Luftfeuchte möglichst unter 50 Prozent. Weißer Belag oder ein schwefliger Geruch sind Warnzeichen. Ansonsten gilt: in Schubladen mit Schaumstoff oder Watte, nicht lose übereinander, und jedes Stück mit Etikett.
Worauf Sie beim Sammeln achten sollten
Fossiliensammlung digital verwalten
Sobald Fotos und Bestimmungen dazukommen, wird eine Tabelle unübersichtlich, und ein Zettel in der Schublade geht irgendwann verloren. In COLLUX hat das Sammelgebiet Fossilien die Felder, die Sammler brauchen, schon angelegt: Art und wissenschaftlicher Name, Systematik von Stamm bis Gattung, Erdzeitalter, Formation und Schicht, Fundland, Fundstelle samt Koordinaten, Gestein, Erhaltung und Präparationsmethode, dazu Maße und Gewicht.
Fotos laden Sie direkt vom Handy hoch. Über Standorte wissen Sie, in welcher Schublade jedes Stück liegt. Kaufpreis und geschätzter Wert ergeben den Gesamtwert der Sammlung, den Sie als Liste für die Versicherung exportieren können.
Häufige Fragen zum Fossiliensammeln
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