Ein Weinkeller füllt sich schneller, als man denkt: sechs Flaschen vom Weingut aus dem letzten Urlaub, eine Kiste vom Händler, ein paar Geschenke. Nach zwei Jahren weiß niemand mehr genau, was im Regal liegt, wie viele Flaschen eines Jahrgangs noch übrig sind und welcher Wein jetzt getrunken werden sollte. Wer seine Weinsammlung verwalten will, braucht deshalb mehr als eine Liste der Etiketten. Es geht um den Bestand, der sich mit jeder geöffneten Flasche ändert, um die Trinkreife und, bei besseren Weinen, um den Wert.
Wein verwalten per App: worauf es ankommt
Bei Büchern oder Münzen ist jedes Stück ein Eintrag. Wein funktioniert anders: Man kauft denselben Wein meist mehrfach und trinkt ihn nach und nach. Eine App zum Wein verwalten sollte daher Mengen führen können, mit Zugängen und Entnahmen, statt für jede Flasche einen eigenen Eintrag zu verlangen. Dazu kommen die Angaben, nach denen Weinfreunde suchen: Land, Gebiet, Lage, Erzeuger, Rebsorte, Jahrgang und Flaschengröße.
Ebenso wichtig ist der Lagerort. Wer zwei Weinklimaschränke und ein Kellerregal hat, will wissen, wo der gesuchte Riesling liegt, ohne alle Fächer durchzusehen. Und die Daten sollten Ihnen gehören, also als Tabelle exportierbar sein.
Den Weinkeller verwalten mit COLLUX
Das Sammelgebiet Wein bringt seine Felder in COLLUX schon mit: Land, Gebiet, Lage, Rebsorten, Hersteller, Wein-Art (Rotwein, Weißwein, Roséwein, Schaumwein, Süßwein), Jahrgang, Flaschengröße von 0,375 Liter bis Imperial, Qualitätsstufe, Prädikat, Geschmack, Alkoholgehalt, Restsüße und Säure. Für den Keller wichtig sind Trinkreife, Trinktemperatur, Verschluss und Etikettzustand. Notizen zum Geschmack, eine Sternebewertung, passende Speisen und der Händler haben eigene Felder.
Mehrere Flaschen desselben Weins führen Sie als ein Objekt mit Bestand. Im Reiter „Bestandsbuch“ buchen Sie jeden Zugang und Abgang mit Datum: Kauf, Geschenk erhalten, Verbrauch, Verkauf oder Verschenkt, auf Wunsch mit Stückpreis und Notiz. Den aktuellen Bestand rechnet COLLUX daraus. Ändern lässt sich eine Buchung nicht; einen Zählfehler gleichen Sie mit einer Korrektur aus. So sehen Sie später auch, wann Sie welche Flasche geöffnet haben. Das Bestandsbuch lässt sich als PDF drucken.
Wo die Flaschen liegen, halten Sie über Standorte fest. Die lassen sich staffeln, etwa Keller, Regal und Fach oder Klimaschrank und Zone. Ein Foto vom Etikett nehmen Sie direkt mit dem Handy auf. In den Paketen Platinum, Hausrat und Business schlägt die KI-Erkennung anhand des Fotos Angaben für die Felder vor. Einen Weinkatalog, aus dem Daten automatisch übernommen werden, gibt es in COLLUX nicht.
Trinkreife im Blick behalten
Der häufigste Fehler im privaten Keller ist nicht zu frühes Trinken, sondern zu spätes. Gemacht sind die meisten Weine für die ersten Jahre nach der Abfüllung. Nur ein kleiner Teil gewinnt durch lange Lagerung, meist Weine mit viel Gerbstoff, Säure oder Restsüße. Dazu zählen kräftige Rotweine, edelsüße Weine und gute Rieslinge.
Ein Trinkfenster finden Sie oft beim Erzeuger, im Weinführer oder beim Händler, angegeben als Zeitraum von Jahr bis Jahr. Tragen Sie es beim Erfassen gleich ins Feld „Trinkreife“ ein. Bei mehreren Flaschen desselben Weins lohnt es, eine früh zu öffnen und an der Entwicklung abzulesen, wann der Rest an der Reihe ist. Diese Eindrücke halten Sie in den Notizen fest.
Wein richtig lagern
Wichtiger als eine bestimmte Gradzahl ist eine gleichmäßige Temperatur. Als Richtwert gelten etwa 10 bis 15 °C. Bei Wärme altert Wein schneller, starke Schwankungen zwischen Sommer und Winter setzen dem Korken zu. Damit Naturkorken nicht austrocknen, sollte die Luftfeuchte eher hoch sein. Zu feucht wird es, wenn Etiketten schimmeln oder sich lösen.
Flaschen mit Naturkorken lagern liegend, damit der Korken vom Wein benetzt bleibt. Bei Schraub- und Glasverschluss ist das nicht nötig. Unter Licht leiden vor allem Weiß- und Schaumweine in hellen Flaschen. Meiden Sie außerdem Erschütterungen und starke Gerüche, etwa von Heizöl oder Farbe. Ein Weinklimaschrank ist eine gute Lösung, wenn kein kühler Keller da ist; die Küche dagegen ist meist zu warm.
Wein Wert ermitteln, und was von Wein als Wertanlage zu halten ist
Im Wert steigt der Großteil der Weine im Handel nicht. Ein Preisplus erreicht nur ein schmaler Teil des Marktes: gesuchte Erzeuger aus Regionen wie Bordeaux, Burgund oder der Champagne, gute Jahrgänge und große Formate. Selbst dort ist nichts garantiert. Lagerung, Versicherung und Gebühren beim Verkauf kosten Geld, und eine Flasche, deren Herkunft niemand belegen kann, verkauft sich schlecht. Wer Wein vor allem trinken will, sollte ihn daher als Genussmittel sehen, nicht als Geldanlage.
Um den Wert einer Flasche zu schätzen, vergleichen Sie Preise für denselben Wein im selben Jahrgang und in derselben Flaschengröße. Belastbarer als Händlerangebote sind Zuschläge von Weinauktionen, weil dort tatsächlich gezahlt wurde. Bei älteren Flaschen zählen Füllstand, Zustand von Etikett und Kapsel und, bei ganzen Kisten, die Originalverpackung. Für wertvolle Bestände lohnt die Einschätzung eines spezialisierten Auktionshauses.
Provenienz und Lagerhistorie belegen
Ob eine Flasche ihr Geld wert ist, hängt bei Wein stark davon ab, wo sie gelegen hat. Von außen sieht man einer Flasche, die einen Sommer in einer warmen Wohnung verbracht hat, oft nichts an. Deshalb achten Käufer auf eine lückenlose Kette: gekauft beim Weingut oder einem bekannten Händler, seitdem kühl gelagert. Heben Sie Rechnungen auf und notieren Sie, wann die Flaschen wohin umgezogen sind. Bei teuren Weinen sind gefälschte Etiketten und nachgefüllte Flaschen ein bekanntes Problem; eine Rechnung von einer seriösen Quelle schützt davor am besten.
Worauf Sie im Weinkeller achten sollten
Weinsammlung verwalten kostenlos: was COLLUX mitbringt
Kaufpreis und Schätzwert tragen Sie je Flasche ein. Für den Gesamtwert rechnet COLLUX den Schätzwert mal Bestand, sodass zwölf Flaschen eines Weins auch zwölffach zählen. Der Wertverlauf zeigt, wie sich die Summe über die Monate entwickelt. Automatische Marktpreise gibt es für Wein nicht; den Schätzwert pflegen Sie selbst. Ist nach einem Verkauf keine Flasche mehr übrig, gilt der Wein als verkauft, mit der Summe der Verkäufe als Preis.
Rechnungen legen Sie im Reiter „Dokumente“ ab, getrennt von den Fotos. Die Herkunft einer Flasche können Sie im Feld „Geschichte“ beschreiben. Fehlende Weine kommen auf die Wunschliste. Eine bestehende Kellerliste importieren Sie als CSV; exportiert wird als CSV, Excel oder PDF.
COLLUX läuft im Browser auf Handy, Tablet und PC; eine App für das iPhone ist in Arbeit. Der Free-Plan bleibt dauerhaft kostenlos und umfasst eine Sammlung mit bis zu 100 Objekten. Jede Anmeldung startet mit 30 Tagen Platinum, eine Kreditkarte brauchen Sie nicht.
Häufige Fragen zum Wein verwalten und lagern
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