Auf dem Dachboden liegt ein Karton mit Figuren aus der Kindheit, und die erste Frage lautet fast immer: Ist da etwas Wertvolles dabei? Wertvolle Actionfiguren gibt es tatsächlich, aber sie sind die Ausnahme. Die meisten bespielten Figuren haben vor allem Erinnerungswert. Was eine Figur für Sammler interessant macht, lässt sich allerdings recht genau benennen, und wer die Kriterien kennt, sortiert einen Fund in einer Stunde vor.
Actionfiguren sammeln: Linien, Wellen, Figurenarten
Unter Actionfiguren versteht man bewegliche Spielfiguren zu Filmen, Serien, Comics und Spielen, meist aus Kunststoff. Seit den späten 1970er-Jahren erscheinen sie in Linien, die über Jahre in einzelnen Wellen ausgeliefert werden. Bekannt sind etwa die Figuren zu Star Wars oder die He-Man-Reihe aus den 1980ern. Sammelfiguren ist der weitere Begriff: Er umfasst auch unbewegliche Vinylfiguren wie die Funko-Pop-Reihe, Statuen und Büsten, Tabletop-Miniaturen sowie die kleinen Figuren aus Überraschungseiern, die in Deutschland eine eigene Sammlerszene haben.
Aufgebaut wird ein Bestand meist nach Linie und Welle. Das Ziel ist eine vollständige Reihe, in der jede Figur ihren Platz hat. Wer Sammelfiguren aus den 90ern sucht, braucht dafür vor allem eine Liste, welche Figuren in welcher Welle erschienen sind. Fan-Seiten und Checklisten der Sammlerforen liefern sie für die meisten großen Linien.
Was Actionfiguren wertvoll macht
Ein hoher Preis entsteht selten aus einem einzigen Merkmal. Entscheidend ist das Zusammenspiel:
Originalverpackung. Ungeöffnete Figuren erzielen in der Regel ein Vielfaches loser Stücke. Sammler sprechen von MOC (Mint on Card) bei Figuren auf ungeöffneter Blisterkarte und von MIB (Mint in Box) bei Figuren im Karton. Die Verpackung muss dabei selbst gut erhalten sein: Knicke in der Karte, eine eingedrückte oder vergilbte Blase und abgerissene Aufhängelaschen mindern den Wert deutlich.
Vollständiges Zubehör. Bei losen Figuren zählt, ob Waffen, Umhang, Helm und Sockel noch dabei sind. Gerade das kleine Zubehör ging beim Spielen als Erstes verloren. Eine lose, aber komplette Figur ist oft mehr wert als dieselbe Figur in besserem Zustand ohne Teile.
Varianten. Innerhalb einer Linie gibt es Abweichungen bei Farbe, Bemalung, Kartenrückseite oder Produktionsland. Manche Varianten wurden nur kurz produziert und sind deshalb gesucht. Ob eine Abweichung eine anerkannte Variante oder ein Einzelfehler ist, klären spezialisierte Sammlerforen.
Zustand der Figur. Abgegriffene Farbe, lockere Gelenke, Verfärbungen und Brüche drücken den Preis. Für Beipackzettel gilt dasselbe wie für Zubehör: Bei Ü-Ei-Figuren gehört der Zettel für viele Sammler zur Figur.
Was eine Figur tatsächlich wert ist, zeigen nur abgeschlossene Verkäufe derselben Figur im selben Zustand, etwa die beendeten Auktionen bei eBay. Angebotspreise sind keine Verkaufspreise, und gerade bei Figuren klaffen beide oft weit auseinander.
Repros und nachgemachtes Zubehör erkennen
Wo Zubehör den Preis trägt, wird es nachgemacht. Für viele Vintage-Linien sind Reproduktionen von Waffen und Umhängen ganz offen im Handel, als Ersatz für Sammler. Problematisch wird es, wenn sie später als Original weiterverkauft werden. Im Vergleich haben Repro-Teile oft einen leicht anderen Farbton, wirken weicher oder glänzender und zeigen weniger scharfe Details. Der direkte Vergleich mit einem gesicherten Original verrät am meisten.
Bei verpackten Figuren lohnt ein Blick auf die Blase: Wurde sie geöffnet und neu verklebt, sieht man oft Klebereste oder eine unruhige Kante. Auch Karten werden nachgedruckt. Prüfen Sie außerdem die Bodenprägung, meist auf Fußsohle oder Rücken. Sie nennt Hersteller und ein Jahr, das aber oft das Copyright-Jahr ist und nicht das Jahr, in dem die Figur produziert wurde.
Licht, Wärme und Weichmacher: Figuren richtig lagern
UV-Licht bleicht Farben aus und lässt hellen Kunststoff und Blisterblasen vergilben. Vitrinen gehören deshalb nicht ans Fenster, und auch LED-Beleuchtung sollte nicht dauerhaft brennen. Weich-PVC enthält Weichmacher, die mit den Jahren an die Oberfläche wandern können. Die Figur fühlt sich dann klebrig an, und Teile, die sich berühren, verfärben einander. Wärme beschleunigt das, ebenso der direkte Kontakt mit anderen Kunststoffen. Ein kühler, trockener Raum mit gleichmäßiger Temperatur ist ideal, Dachboden und Keller sind es selten.
Ungeöffnete Figuren lagern Sie stehend oder flach, ohne Druck auf die Blase. Für wertvolle Karten gibt es passgenaue Schutzhüllen aus Acryl oder Kunststoff. Lose Figuren mit Zubehör bewahren Sie am besten in beschrifteten Beuteln auf, damit Waffe und Figur zusammenbleiben.
Worauf Sie beim Sammeln achten sollten
Sammelfiguren digital verwalten
Ab ein paar Dutzend Figuren verliert man den Überblick, welche Welle komplett ist und welches Zubehör fehlt. In COLLUX bringt das Sammelgebiet Action- & Sammelfiguren die passenden Felder mit: Serie/Reihe, Figur/Charakter, Hersteller, Nummer, Erscheinungsjahr, Figurenart, Material, Maßstab und Größe. Für den Wert wichtig sind die Häkchen für OVP, Bespielt und Limitierte Auflage, dazu Auflagenhöhe, Anzahl Teile, Bemalung und das Feld Bodenprägung/Kennung.
Fotos laden Sie direkt vom Handy hoch. In den Plänen Platinum, Hausrat und Business schlägt die KI-Erkennung aus einem Foto erste Angaben vor, die Sie vor dem Speichern prüfen. Einen angebundenen Figurenkatalog oder automatische Marktpreise gibt es nicht; Kaufpreis und Schätzwert tragen Sie selbst ein. Daraus ergeben sich der Gesamtwert der Sammlung und der Wertverlauf. Über Standorte wissen Sie, in welcher Vitrine oder Kiste eine Figur steht.
Eine vorhandene Liste importieren Sie als CSV, exportiert wird als Excel, CSV oder PDF, etwa für die Versicherung. COLLUX läuft im Browser auf Handy, Tablet und PC; eine App für das iPhone ist in Arbeit. Eine Sammlung mit bis zu 100 Objekten ist dauerhaft kostenlos, und jede Anmeldung startet mit 30 Tagen Platinum.
Häufige Fragen zu wertvollen Actionfiguren
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