Ansichts- und Postkarten sammeln

Ein Hobby, das man in der Freizeit ausüben kann, hat viele Vorteile. Als Ablenkung von Arbeit und Alltag bietet es eine schöne Gelegenheit, in andere Bereiche und Welten einzutauchen. Es sorgt für Entspannung, und oft auch für neue Kontakte und Lernerfahrungen. Natürlich ist es wichtig, die passende Beschäftigung zu finden. Viele Menschen interessieren sich fürs Reisen und für das, was die Welt außerhalb des eigenen Tellerrandes zu bieten hat. Ein besonders schönes Hobby in diesem Zusammenhang ist das Postkartensammeln, in Fachkreisen auch Philokartie genannt.
Dieses Hobby mit Tradition verliert auch in Zeiten der E-Mail nicht an Faszination, und die alten Karten bezaubern gerade auch durch den Charme vergangener Zeiten.

Postkarten und Ansichtskarten sammeln

Das Sammeln von Postkarten ist mehr als nur ein nostalgisches Hobby. Ansichtskarten sind ein wichtiger Teil der Kommunikationskultur und spiegeln in besonderem Maße den Geist ihrer Zeit wieder. Sie geben mit ihren Motiven nicht nur einen Einblick in die geographischen und touristischen Aspekte einer Gegend, sondern beinhalten oft auch einen humoristischen Aspekt oder politische Botschaften – je nach der Zeitepoche und Gegend, aus der sie stammen. Eine Ansichtskarte fasst häufig kompakt zusammen, was eine Region zu bieten hat, so ist sie fast wie ein kleines Werbeplakat.

Ansichtskarten gibt es in den unterschiedlichsten Variationen. Bei den Karten, die vorwiegend gesammelt werden, handelt es sich meistens um Karten mit touristischen Motiven, also Landschaften und Städte. Aber auch Abbildungen von Gebäuden wie Kirchen, Schlössern oder Museen gehören zu den beliebten Sammelgebiete. In der Vergangenheit waren es außerdem Porträts von SchauspielerInnen, Bilder von Flugzeugen, Zügen, Militärmotiven und Reklame, die die Menschen zum Sammeln angeregt haben.

In der Szene der Kartenfreunde werden sowohl neue als auch gebrauchte bzw. versendete Karten gehandelt, die im Fachjargon als „gelaufen“ bezeichnet werden.
Seit es Postkarten gibt, existiert diese Sammelleidenschaft, und das Ansichtskartensammeln findet immer wieder neue Freunde.
Da die Karten günstig zu haben sind, ist das Sammeln auch ein Hobby, das sich jeder leisten kann. Schnell kann daher auch eine große Ansichtskartensammlung aufgebaut werden, die dann entsprechend verwahrt und auch verwaltet werden will. Dazu gibt es gute Lösungen
für Sammlersoftware, die die Ansichtskartenverwaltung enorm erleichtert.

Eine kurze Geschichte von der Postkartenkunde

Von Hand gedruckte Karten gab es schon im 19. Jahrhundert. Doch erst mit der Entwicklung und Verbreitung von Drucktechniken und der Industrialisierung beginnt die Geschichte des Postkartensammelns richtig. So wurde das Hobby um die Jahrhundertwende zum Trend, der bis zu Beginn der 20er Jahre des 20. Jahrhunderts anhielt.
Die nächste Welle ergriff die „Freunde der Karten“ dann in den 1970er Jahren, als viele Menschen begannen, regelmäßig zu verreisen und eine entsprechend große Anzahl von Postkarten gedruckt wurde.

Viele Sammler konzentrieren sich auf bestimmte Bereiche oder Orte. Die sogenannten „Heimatsammler“ sammeln nur Karten der Region, aus der stammen oder in der sie wohnen. Andere wiederum konzentrieren sich auf bestimmte Motive wie Bahnhöfe, Schlösser, Brücken oder Kirchen. Der Phantasie sind hier keine Grenzen gesetzt. Dadurch werden schnell auch Menschen zu Postkartensammlern, die eigentlich vorher ein anderes Interessensgebiet hatten, das sie dann in der ein oder anderen Form in den Postkarten wiedergefunden haben. Denn das ist das Schöne an den Ansichtskarten, das sie auch wirklich für jeden Geschmack etwas zu bieten haben. Die Motive sind vielseitig und die Karten sind auch ein Teil der Geschichte. Bei gebrauchten Karten sind diese Geschichten sogar sehr persönlich.

Vom Jagen und Sammeln

Menschen waren schon immer Jäger und Sammler. Und diese Urinstinkte wirken auch heute noch in uns nach. Es ist nicht immer leicht, sich dem zu entziehen. Das Hobby des Kartensammelns vereint beides, die „Jagd“ nach der nächste Karte, und das Sammeln.
Viele Sammler lieben es, auf Sammlerbörsen, Märkten oder im Internet auf die Jagd zu gehen. Das kann entweder nach dem Zufallsprinzip geschehen, oft aber auch ganz gezielt. Auf der Suche nach einem bestimmten Motiv wird der Ehrgeiz geweckt, ein ganz besonderes Exemplar zu erstehen. Vielleicht eine seltene Karte, eine mit einem ganz speziellen, raren Motiv, etwas Kurioses oder Lustiges.
Oder eine Postkarte, die durch den persönlichen Text auf der Rückseite eine Geschichte aus vergangenen Zeiten erzählt. Dabei kann so manch privater Einblick bewährt werden.

Zu den besonders begehrten Motiven gehören vor allem alte Karten aus der Zeit von Jugendstil und Bauhaus. Auch alte Werbepostkarten, Propaganda und Militärkarten, und Karten aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten sind sehr gesucht. Und natürlich die ganz alten Exemplare, die vor 1900 gedruckt wurden. Sammler lecken sich die Finger danach, und es ist schwierig, diese Stücke aufzutreiben.

Wenn dann aber der Jagdtrieb im Menschen dafür gesorgt hat, dass ein passendes Exemplar, auch wenn es keine absolute Rarität ist, gefunden wurde, ist die Freude meistens groß. Auch ein bisschen Sammlerstolz mischt sich hinein, und man kann es wahrscheinlich kaum abwarten, das gute Stück zur Sammlung hinzuzufügen, oder seinen Anblick mit anderen Sammlern zu teilen.
Denn auch der Austausch über die Karten spielt eine wichtige Rolle beim Sammeln. Schnell kommt man so an den richtigen Orten mit anderen Sammlern ins Gespräch. Auch im Internet wird sich ausgetauscht, über Karten, Quellen, Informationen und um die richtige Sammler Software. Denn die ist ab einer bestimmten Größe nötig.

Bekannte Sammlungen

Ja, manche Sammlungen von Ansichtskarten sind sehr eindrucksvoll, und das nicht immer nur durch ihren Umfang. Ein lettischer Sammler ersteigerte 2002 die wahrscheinlich älteste Ansichtskarte der Welt. Dabei handelt es sich um eine humoristische Postkarte von 1840, die zudem auch noch mit einer seltenen Briefmarke frankiert war.
Der stolze Preis für das gute Stück lag bei über 30.000 britischen Pfund. Eine Karte mit einem besonders traurigen Schicksal gehört ebenso zu den teuersten Karten der Welt. Die Ansichtskarte von der Titanic, die über 20.000 Pfund einbrachte, wurde während des Untergangs des Luxusliners geschrieben und überlebte den Untergang.
Natürlich hat nicht jeder solch ein einzigartiges Stück Zeitgeschichte in seiner Sammlung, und manchmal ist es auch oft die schiere Menge an Karten, die eine eindrucksvolle Sammlung ausmacht. Eine der größten Sammlungen wurde von dem Münchner Sammler Karl Stehle zusammengetragen. Sie umfasste über 600.000 Karten, darunter viele aus der Zeit des Nationalsozialismus, die ein anschauliches Bild der Entwicklung liefern, und vor allem auch die vorherrschende Propaganda und ihren Einfluss auf die Menschen darstellten.

Die Sammlung verwalten

Auch wenn die Postkartensammlung nicht die Zehntausend überschreitet, sondern wesentlich kleiner ist – auch in einer kleineren Ansichtskartensammlung kann man schnell den Überblick verlieren.
Ab einer bestimmten Menge reicht es nicht mehr, die Karten im Schuhkarton aufzubewahren, so dass neben geeigneten Alben und Behältern auch eine Ansichtskartenverwaltung nötig werden kann, um die Sammlung in Ordnung zu halten. Hierfür bietet sich die passende Sammlersoftware an, die dazu beiträgt, dass auch alle wichtigen Informationen über die Karten gespeichert werden können, und Karten, die man gerade sucht, schnell und einfach wiedergefunden werden können.
Dies ist besonders interessant, weil es neben dem Sammeln von Karten auch die Erforschung von Postkarten gibt. Besonders die alten historischen Karten enthalten viele kleine Details, die Aufschluss über die Vergangenheit geben, und so auch für Forscher interessant sein können. Mit der richtigen Verwaltung hat man dann direkt die passende Information zur Hand.
Und viele Sammler von Postkarten haben auch eine Vorliebe fürs Kategorisierung und Einpflegen, eine Tätigkeit, die helfen kann, sich selbst auch innerlich zu ordnen, und den den Alltag zu vergessen.

Die passende Software

Eine gute Verwaltungssoftware muss sich den Bedürfnissen des Anwenders anpassen. Im Internet findet man eine gute Übersicht über die vorhandenen Angebote, die teilweise auch als freie Version für einen bestimmten Zeitraum getestet werden können. Dies ist besonders wichtig, um zu schauen, womit man selbst am besten zurechtkommt. Hier kann auch der Austausch mit anderen Sammlern helfen, die oftmals gerne ihre eigenen Erfahrungen und gute Tipps für die richtige Verwaltungssoftware von Postkarten weitergeben.

Wie wir sehen, ist Postkarten sammeln ein Hobby für jeden, und kann mit der richtigen Ausstattung ein lebenslanges Vergnügen bleiben, das Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft miteinander verbindet. Wollen wir hoffen, dass auch mit der Einzug haltenden Digitalisierung die gute alte Ansichtskarte niemals ausstirbt.